China. Die Geschichte der neuen Weltmacht

China. Die Geschichte einer Weltmacht von Adrian Geiges, Marc Goergen und Bettina Sengling

China. Die Geschichte einer Weltmacht von Adrian Geiges, Marc Goergen und Bettina Sengling

China. Kein Land dieser Erde verursacht derzeit so viel Wirbel, erzeugt so viele gemischte Gefühle. Denn seit einigen Jahren ist dieses uns teilweise völlig fremde Land nun dabei, uns wirtschaftlich zu überholen.

Einerseits wird das immense Wirtschaftswachstum bewundert und man kauft gerne die billig produzierten Güter. Andererseits prangert man Menschenrechtsverletzungen an oder kritisiert den Verlust von Arbeitsplätzen in Europa weil ganze Produktionen nach China ausgelagert werden.

Dabei kommt der Aufstieg Chinas gar nicht so überraschend. War das Reich der Mitte doch schon eine Hochkultur als wir noch auf Bäumen lebten und konnte das über lange Zeit aufrecht erhalten.

Schon 200 vor Christus schufen die Chinesen imposante Bauwerke. Die große Mauer hatte damals schon eine Länge von 4000 Kilometer, der erste Kaiser ließ sich die weltgrößte Grabanlage bauen, heute als Terracottaarmee zu besichtigen.

Als in Europa das römische Reich in sich zusammenfiel und selbst die größten Städte kaum mehr als 1000 Einwohner hatten, wuchs Chang’an auf über eine Million Einwohner. Mit ganz ähnlichen gesellschaftlichen Problemen wie man sie aus heutigen Großstädten kennt.

Beherrscht wurde das Ganze von einer Frau, 1300 Jahre vor Frau Merkel. Während hierzulande fleißig Hexen verbrannt wurden, konstruierten die Chinesen bereits erste Gasleitungsnetze und versorgten damit die heimischen Kochstellen. Oder sie förderten Rohstoffe mit modernsten Mitteln, selbst Bohrtürme kannte man bereits. Vom Schießpulver ganz zu schweigen.

80 Jahre vor dem Portugiesen Vasco da Gama befuhren die Chinesen die Weltmeere mit fast 1700 Segelschiffen, die meisten größer als es die europäischen je waren. Die halbe Welt bereisten sie und trieben regen Handel. Bis man sich dazu entschloss diese Beziehungen einzustellen und die Flotte stillzulegen.

In den folgenden Jahrhunderten kapselte sich China zusehends ab, verfiel in Arroganz und Ignoranz und wurde schließlich von den mittlerweile technisch überlegenen Europäern überrannt.

1912 dankte der letzte Kaiser ab, die folgenden Wirren des Landes mit plündernden Warlords und den einfallenden Japanern endeten 1949 mit der Machtergreifung Mao Zedongs.

Dieser gründet die Volksrepublik und will mit seinem “großen Sprung nach vorne” auf einen Schlag die Weltproduktion an Stahl übertreffen, was jämmerlich misslingt. Millionen Menschen verhungern oder sterben in sinnlosen Kriegen. 1976 ist mit Maos Tod der Spuk vorüber und das Land liegt in Scherben.

Aber nicht lange denn danach geht es wirklich bergauf und China wird zu dem was es heute ist. Ein Tiger auf dem Sprung, alles zu vernichten was sich ihm in den Weg stellt.

Zwischendurch aufgelockert durch Geschichten über Marco Polo, die chinesische Schrift oder das Porzellan liefert das Buch einen komprimierten Überblick über die Geschichte Chinas. Die Präzision eines Fachbuches zur chinesischen Geschichte erreicht es natürlich nicht, dafür ist es leichter zu lesen und enthält dennoch alles was man am Anfang wissen muss.

Für Chinareisende oder diejenigen unter uns die geschäftlich nach China müssen ist es auf jeden Fall eine wertvolle Orientierungshilfe um nicht ganz dumm dazustehen.

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Adrian Geiges, Marc Goergen, Bettina Sengling
China. Die Geschichte einer Weltmacht
2009. 208 Seiten
Format 23,8 x 16,4 x 1,6 cm
€ [D] 18,90
ISBN-10: 342324741X
ISBN-13: 978-3423247412

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