Olen Steinhauer: Der Tourist

Olen Steinhauer: Der Tourist

Olen Steinhauer: Der Tourist

Kann man einen Job satt haben? So satt, dass man über Selbstmord nachdenkt wie übers Frühstücken? Unter prasselndem Kugelhagel, unter sich eine Politikerin die er schützen soll, denkt Milo Weaver ernsthaft darüber nach einfach aufzustehen und dieser abartigen Farce ein Ende zu bereiten.

Aber macht weiter und das sollte ihn bald näher an sein Ziel bringen als ihm lieb ist. Er wird angeschossen und ist danach zumindest kein Tourist mehr. So werden Leute wie er in CIA-Kreisen genannt, die ohne festen Wohnsitz, ohne Familie und ohne Freunde auf der ganzen Welt eingesetzt werden. Sie können niemandem trauen, erledigen nur Aufträge die sie telefonisch erhalten. Keine Fragen, keine Fehler, immer den Tod im Nacken.

Bei der Company, wie die CIA sich gerne nennt, ist er trotzdem noch. Am Schreibtisch denn jetzt hat er Familie und sogar eine kleine Tochter. Aber seine Vergangenheit holt ihn sechs Jahre später ein. Zuerst lockt ihn einer seiner damals ärgsten Widersacher auf eine Spur, erzählt ihm Dinge die selbst den hartgesottensten Touristen fast aus der Bahn werfen und bringt sich dann um.

Weaver steht vor einem Rätsel und als auch noch eine Kollegin von ihm ermordet wird überschlagen sich die Ereignisse. Man ihn verdächtigt ihn und versucht ihn zu verhaften, aber er kann fliehen. Ein anderer Tourist und sein Vorgesetzter helfen ihm, bis auch sie versuchen ihn los zu werden. Niemandem kann er jetzt noch trauen, fast niemandem.

Weitere Morde folgen, man sucht ihn, jagt ihn. Aber jemand aus seiner Vergangenheit hilft ihm, trotzdem ergibt er sich der CIA und seinem Schicksal. Geheimnisse kommen als Licht, die Wahrheit wird zur Lüge und die zu neuen Lügen. Die CIA muss Federn lassen, eine Menge Dreck wird aufgewirbelt und einige Leute müssen schmerzlich begreifen dass sie nicht lenken sondern gelenkt werden.

Am Ende ist er wieder da wo er angefangen hat. Alleine und ohne Hoffnung kommt er zu dem Schluss, dass der Tourismus die Wurzel allen Übels ist.

Das Buch ist ein brillanter Agententhriller, der deutlich zeigt dass diese Genre auch nach Ende des kalten Krieges nicht langweilig werden wird. Stoff gibt es genug, Terroristen, Amerikaner gegen Chinesen und skrupellose Geschäftsleute liefern Spannung genug.

Alles was ein guter Thriller braucht ist vorhanden, eine Menge Geld, Macht, Waffen, schöne Frauen und schnelle Autos. Aber auch eine Menge Verzweiflung, Drogen, Alkohol und Einsamkeit.

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Olen Steinhauer
Der Tourist
2010. 544 Seiten
Format 22 x 14,4 x 4,6 cm
€ [D] 19,95
ISBN-10: 3453266102
ISBN-13: 978-3453266100

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