Ingrid Ramm-Bonwitt: Bhutan

Bhutan von Ingrid Ramm-Bonwitt

Bhutan von Ingrid Ramm-Bonwitt

Bhutan. Erst seit wenigen Jahren ist das Land für ausländische Touristen überhaupt zugänglich. Entsprechend wenig wissen wir über die Menschen dort und ihr Leben.

Vermutlich ist Bhutan das einzige Land der Erde, das anstatt nach dem Bruttosozialprodukt nach Bruttosozialglück strebt. Hier zählen weniger das Streben nach materiellem Reichtum als vielmehr das Streben nach spiritueller Erfüllung.

Gerade mal 700.000 Einwohner, versteckt es sich zwischen den gigantischen Gipfeln des Himalaya, eingepfercht zwischen Tibet und Indien.

Die Natur ist weitgehend intakt, es wird aus religiösen Gründen nicht gejagt oder gefischt. Bhutan versteht sich als die Schweiz des Himalayas, ein kleiner unabhängiger und neutraler Staat.

Die Autorin lässt in ihrem Buch schnell durchblicken wie begeistert sie von diesem Land ist. Wunderschöne Landschaften beschreibt sie und aufgeschlossene, glückliche Menschen. Bhutan ist das einzige Land in dem der tantrische Buddhismus Staatsreligion ist und so wird der auch recht gut beschrieben. Insbesondere das buddhistische Lebensrad wird ausführlich vorgestellt.

Die Kunst in Bhutan erreicht hohe Standards, einzelne Künstler sind jedoch nicht bekannt denn die Kunst dient hier wie alles andere der Religion. Wer etwas geschaffen hat ist also völlig unwichtig.

Aber auch die Fakten kommen nicht zu kurz, die Geschichte Bhutans wird aufgerollt. Diese ist allerdings wieder eng mit der Religion verwoben, immerhin ist das ganze Leben in Bhutan eins mit der Religion.

Das Dorfleben, der tägliche Broterwerb und der Aufbau eines traditionellen Bauernhauses werden ebenso behandelt wie die ausgefeilte und hoch entwickelte Kräutermedizin Bhutans. Die Autorin entführt den Leser nicht nur in ein sagenhaftes Land hoch in den Bergen, sie führt ihn auch zum Shambhala, dem legendären Shangri-La.

Jetzt kommt das tragende Thema des Landes Bhutan zur Sprache, das Streben nach Glück. Anders als in den westlichen Industrieländern, geht man hier nicht davon aus, dass das Wohlbefinden der Menschen automatisch mit dem Wohlstand steigt. Hier hat man erkannt, dass zum Glück mehr nötig ist, als nur viel Geld.

Natürlich kann auch dieses Land den Fortschritt nicht aufhalten und so halten mit Fernsehen und Internet auch Konsum und das Streben nach Reichtum Einzug.

Der Anlass der Reise der Autorin nach Bhutan war ein ganz greifbarer, nämlich die Krönung des fünften Königs im November 2008. Die Zeremonien und Feierlichkeiten durfte sie miterleben und so beschreibt sie diese natürlich auch in ihrem Buch.

Den Abschluss machen ein Reisebericht aus Bhutan von 1783 und die Vorstellung, des “Tigernestes”, einem nationalen Heiligtum inmitten der Berge.

Alles in allem ist “Bhutan” ein eher unkritisches Buch, dennoch gibt die Autorin einen sehr ausführlicher Einblick in das Land, seine Menschen und vor allem die Religion.

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Ingrid Ramm-Bonwitt
Bhutan. Königreich des Glücks
2010. 384 Seiten
Format: 18,4 x 12 x 2,4 cm
€ [D] 13,95
ISBN-10: 3897676753
ISBN-13: 978-3897676756

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