Malcolm Gladwell: Überflieger

Überflieger von Malcolm Gladwell

Überflieger von Malcolm Gladwell

Malcom Gladwell widerlegt in seinem Buch „Überflieger“ alle, die bisher glaubten, sportlicher, musischer, mathematischer oder anderer Erfolg sei in erster Linie auf das angeborene Talent zurückzuführen.

Unsere so genannten Talente sind alle das Produkt unserer Umgebung, Erziehung und nicht zuletzt ständigen Wiederholens und Übens. Intelligenz ist angeboren, aber aus hochintelligenten Menschen werden nicht zwangsläufig Überflieger.

Der Erfolg eines Menschen ist vielmehr in hohem Maße von seinem Umfeld, seiner kulturellen Prägung, zufälligen geschichtlichen Gegebenheiten und auch seiner Ausdauer und seinem Fleiß abhängig. Malcom Gladwell hat sich die Biographien einiger Überflieger mal genauer angeschaut. Bill Gates z.B. hatte als Schüler im Jahr 1968 das Glück, dass an seiner Schule (eine Privatschule, womit wir bei der Variablen „Umfeld“ wären) ein Computer gekauft und ein Computerclub gegründet wurde.

Der junge Bill Gates verbrachte seine gesamte Freizeit mit Programmieren (das wäre dann die Variable „Fleiß“) und kam immer wieder durch Glück – als die Rechenzeit des Schulcomputers aufgebraucht war – an Rechenzeit, sei es bei Unternehmen, die Gates und seine Freunde als Gegenleistung für Programmierarbeit an ihre Computer ließen oder an der University of Washington. Bill Gates erzählt, dass er zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche an den Rechnern gesessen hat.

Und dann kommt noch die Variable „zufällige geschichtliche Begebenheiten“ dazu. Bill Gates war 1975, als das Zeitalter des Personal Computers begann, gerade 20 Jahre alt. Er war nicht zu jung, um in der aufstrebenden Branche mitzumischen, aber auch nicht zu alt, um die bevorstehende Revolution zu verpassen. Das alles gab ihm laut Gladwell die Chance ein Überflieger zu werden.

Bill Gates ist nur eines der Beispiele im Buch, genauso werden die Beatles, Geigenvirtuosen, Eishockeyspieler, Wissenschaftler analysiert. Es ist immer wieder dasselbe Ergebnis. Entscheidend für den Erfolg sind

das Umfeld

Es ist wichtig, in welche Umgebung ich hineingeboren werde, womit mal wieder bestätigt wäre, dass es Kinder aus sozial schwächeren Familien einfach schwerer haben, erfolgreich zu sein.

die kulturelle Prägung

Asiaten z.B. haben das leichter verständliche Zahlensystem, weshalb deren Kinder die Grundrechenarten viel schneller lernen, was wiederum bedeutet, dass sie schneller vorwärts kommen, was ihnen einen klaren Vorteil verschafft

Fleiß und Ausdauer

10.000 Stunden ist die magische Grenze, um ein Meister seines Fachs zu werden. Das zeigen Untersuchungen. Violinstudenten, die mit Anfang 20 bereits 10.000 Stunden geübt haben, werden mit großer Wahrscheinlichkeit international Karriere machen, Bill Gates hat 20 bis 30 Stunden pro Woche programmiert und das ca. 7 Jahre lang, das ergibt auch ca. 10.000 Stunden. Diese 10.000 Stunden ziehen sich bei allen Überfliegern im Buch durch die Biographie.

zufällige geschichtliche Begebenheiten

Zur richtigen Zeit geboren sein und seine Chancen wahrnehmen.

Es reicht also nicht, mit einer gewissen Grundintelligenz ausgestattet zu sein. Um erfolgreich zu werden, sind viele andere Dinge mitentscheidend.

Fazit:

Ein wahnsinnig interessantes Buch, manchmal etwas langatmig, da Malcom Gladwell immer sehr weit ausholt. Im Ganzen ist es aber gut zu lesen.

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Malcolm Gladwell
Überflieger – Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht
2009. 272 Seiten
Format 21,6 x 14 x 2,4 cm
€ [D] 19,90
ISBN-10: 3593388383
ISBN-13: 978-3593388380

Ein Gastbeitrag von:

Birgit Geistbeck
www.fengshui-geistbeck.de

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