Peter Wippermann und Bettina Hintze: Die besten Einfamilienhäuser des 21. Jahrhunderts
Das 21. Jahrhundert, vor nicht all zu langer Zeit der Inbegriff der Zukunft schlechthin. Mittlerweile sind wir mittendrin in dieser Zukunft und Wolfgang Nagel, der Chefredakteur von HÄUSER fragt sich im Vorwort zum Buch, was denn aus den Zukunftsvisionen geworden ist?Sind die Einfamilienhäuser heutzutage wirklich so anders als die vor 10 Jahren? Gab es tatsächlich einen Epochensprung? Kurzerhand hat man den jährlichen HÄUSER-Award unter das Motto “Generation 21″ gestellt und hat gezielt die Kinder des 21. Jahrhunderts gesucht.
Auffallend war dabei, dass die Häuser der Zukunft in der wir uns befinden, offener werden. Räume werden nicht mehr so strikt voneinander getrennt, ja sogar Stockwerke verschmelzen miteinander. Neue Wohnbereiche entstehen und alte verschwinden.
Nachhaltigkeit und Ökologie werden von Anfang an mit einbezogen. Zumindest auf dem Papier, die Praxis zeigt dann doch immer wieder Lücken, aber der Trend geht in die richtige Richtung.
Das Buch stellt die besten 26 Einsendungen des Wettbewerbs vor und zeigt eindrücklich in welchen Bereichen der Architektur es tatsächlich einen Epochensprung gegeben hat.
Schon der Lebensstil hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt, immer individueller muss es werden, immer flexibler. Man baut nicht mehr für die Ewigkeit sondern für den Lebensabschnitt. Jugendträume werden verwirklicht, aber bitte hochmodern umgesetzt.
Von Außen soll es bitte zeitlos, modern, puristisch und klar sein. Sichtbeton wird mit Metall oder Holz kombiniert. Es ist nicht mehr die klassische Aufteilung in Keller, Stockwerke und Dach gefragt.
Innen breiten sich riesige zusammenhängende Wohnflächen aus, unterteilt in funktionale Bereiche die jederzeit verändert und angepasst werden können. Geselliges Zusammensein und individueller Rückzugsraum befinden sich auf ein und derselben Fläche, alles erweiterbar in den Garten durch Terrassen und multifunktionale Wintergärten.
Alles durchsetzt mit Mediensystemen vom Fernsehen bis zum Internet und das nicht mehr nur in Wohn- oder Arbeitszimmer sondern überall. Was bei zusammenwachsenden Raumbereichen auch nicht weiter schwer ist, denn wenn Schlafzimmer und Bad zu einem Bereich werden, gibt es logischerweise auch im Bad einen Fernseher.
Alle 26 Objekte werden detailliert dargestellt, mit großformatigen Fotos, Architektenplänen und Detailbeschreibungen. Auffallend ist die Ähnlichkeit der Häuser, die gleichgeschaltete Zwangsindividualität der heutigen Bauten.
Da wird ein Haus hochgelobt, weil es sich so wohltuend vom “Einheitsbrei” der vergangenen Zeiten unterscheidet. Dabei übersieht man aber geflissentlich, dass man gerade dabei ist, einen neuen “Einheitsbrei” zu erschaffen.
Außen kubisch, innen offen, immer gleich. Mehrere solcher Häuser nebeneinander und man hat das typische Szenario aus Momo, Michael Endes wohl berühmtesten Buches. Passen wir mal auf, ob wird nicht wieder einmal zu grauen Herren werden, architektonisch gleichgeschaltet und in zwanghaftem Individualgruppenzwang gefangen.

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Peter Wippermann und Bettina Hintze
Die besten Einfamilienhäuser des 21. Jahrhunderts
2010. 176 Seiten
Format 28,4 x 22 x 2 cm
€ [D] 59,95
ISBN-10: 3766718266
ISBN-13: 978-3766718266


[...] Die werden nun vorgestellt und wer es genau wissen will, der darf gerne die ganze Rezension lesen. zu finden wie immer beim Buchleser unter: http://www.der-buchleser.de/20…hrhunderts/ [...]