Dieter Moor: Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht

Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht von Dieter Moor

Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht von Dieter Moor

„Mein neues Zuhause. Das ist aber auch schon alles, was ich weiß. Mein neues Zuhause, das ich mir noch nicht einmal angesehen habe. Das ich blind gekauft habe. Ich Wahnsinniger. Ich zwangsverschicke mich selber an einen Ort, vor dem mich jeder vernünftige Mensch gewarnt hat: Höchste Arbeitslosigkeit Deutschlands. Dumpfe Ossis. Alkoholiker und Neonazis. Die gesunde Bevölkerung flieht. Zurück bleiben die Loser, die Alten, die Gescheiterten, die Kaputten. Das vergessene Land.“

Das sind Dieter Moors Gedanken, als er auf dem Weg in seine neue Heimat Amerika, einem Dorf in der Mark Brandenburg, ist. Seine neue Bleibe kennt er nur aus den Erzählungen seiner Frau Sonja, die einen Bauernhof in eben jenem Amerika gekauft hat.

Die beiden möchten dem schweizerischen Drum-Rum-Gerede um Fakten und Tatsachen in die brandenburgische Direktheit entfliehen und bekommen diese auch gleich zu spüren. Nicht nur dass ihre Ankunft bereits ein Fiasko ist, weil der Vorbesitzer leider noch nicht ausgezogen ist, sie bekommen auch gleich die brandenburgische Direktheit zu spüren.

Müsebeck, der einzige Bauer am Ort, erzählt den beiden ohne Umschweife, dass sich 200 Meter von Moors Bauernhof eine Landebahn befindet, wo nachts Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes landen, und auf dem dazugehörigen Flughafen, jedes Wochenende Techno-Partys steigen, deren Lärm die Bewohner von Amerika in der Betten sitzen lässt.

Sonjas Kommentar „Nicht jammern, wie schlimm alles ist, sondern was machen, damit es nicht mehr schlimm ist.“ Und so machen es die beiden dann auch. Mit der Zeit und viel Offenheit lernen sie die Bewohner des Dorfes kennen, von denen so mancher oder manche ein wirkliches Original ist.

Der Leser erfährt nach und nach die Geschichten dieser Dorfbewohner, z.B. von Frau Widdel, die den Lebensmittelladen im Dorf führt und sich strikt weigert, Frischmilch in ihr Sortiment aufzunehmen oder von Schwester Alma, die fast jedem der Dorfbewohner schon auf den nackten Hintern geklopft hat.

Diese teils wirklich skurrilen Anekdoten rund um die Menschen im Dorf und die amüsanten Geschichten über die Anfangsschwierigkeiten der beiden Stadtmenschen Dieter und Sonja lassen einen oftmals laut auflachen und sorgen mit Dieter Moors trockenem Erzählwitz, dass dieses Buch nie langweilig wird.

Ein leicht lesbares und witziges Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte, geschrieben von einem Autor, der sich selbst nicht so wichtig nimmt und auch mal über sich selbst lachen kann.

Dieter Moor
Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht
2009. 304 Seiten
Format 18,6 x 12 x 2,2 cm
€ [D] 8,95
ISBN-10: 3499624753
ISBN-13: 978-3499624759

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Ein Kommentar auf "Dieter Moor: Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht"

  1. Anna Forbes sagt:

    Da ich in diesem Dorf, welches Herr Morr beschreibt, aufgewachsen bin, jahrzenhte dort gelebt habe, ich dessen Bewohner besser kenne als Herr Moor, kann ich über dieses Buch nur lachen.
    Der größte Teil ist erstunken und erlogen. Aber gut,wenn man damit gutes Geld machen kann, müßte man doch mehr Geld machen kann, indem man die Wahrheit der Dorfbewohner schreibt, welche man in Herr Morr seinem Buch, auch wenn fast alle Namen geändert wurden, sehr gut wiedererkennt.
    Er hat so ziemlich alle Dorfbwewohner lächerlich dargestellt. Auch der Titel des Buches, dessen Zitat einer im Dorf bekannten Verkäuferin gesagt haben soll, hat sich Herr Moor doch glatt selber ausgedacht. Ich selbst habe diese Frau erst vor kurzem dazu befragt. Sie wirkte eher erbost darüber, dass so eine Behauptung einfach aus dem Nichts aufgestellt werden kann. Zu dem zeigt sich Herr Moor in dem Dorf, in dem er sich niedergelassen hat, als großes Arschloch gegenüber fast allen Dorfbewohnern. Also so ganz arschlochfrei kann die Zone dann ja wohl nicht sein.

    Schon garnicht,wenn sich Herr Moor wie eine Furie spielender Kleinkindern gegenüberstellt, die versehentlich einen Ball auf sein Weideland rollen lassen.

    Da ich noch reichlich Kontakt zu meinen damaligen Schulfreunden und anderen Dorfbewohnern pflege, mir die Meinung über Herrn Moor angehört habe, welche bereits die Mehrzahl aller Dorfbwohner vertritt, habe ich kaum noch Hoffnung, dass ein friedliches Dorfleben in meinem Heimatort noch lange Bestand hat.

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