Andreas Hoppe: Allein unter Gurken

Allein unter Gurken von Andreas Hoppe

Allein unter Gurken von Andreas Hoppe

Mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren – so der Untertitel des Buches. Und abenteuerlich mutet es auch an, wenn man sich nur noch regional ernähren möchte.

Andreas Hoppe definiert alle Lebensmittel als regional, die in einem Umkreis von 100 km wachsen, also 100 km um Berlin herum – wo Hoppe wohnt – und 100 km um seinen kleinen Hof in der Nähe von Berlin herum, auf dem er – wenn möglich – seine freien Tage verbringt.

Da muss man so auf einiges verzichten: Salz, Orangen, Bananen, Kaffee, exotische Gewürze, italienischer Wein usw. Die Liste könnte endlos weitergeführt werden, denn vieles von dem, was wir konsumieren, kommt von weiter her als nur aus dem Umkreis von 100 km.

Das wird einem beim Lesen schnell klar. Andreas Hoppe arbeitet bei seinem Selbstversuch mit Listen in drei verschiedenen Farben: grün, gelb, rot. Auf die grüne Liste kommt alles, was in der Umgebung gekauft oder im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon angebaut werden kann.

Die gelbe Liste beherbergt Bioprodukte, die nicht regional erstanden werden können, auf die der Autor aber vor allem in den Wintermonaten zurückgreifen wollte. Die rote Liste ist reserviert für Luxusprodukte wie Wein, Bananen und ähnliches, eben alles womit man „den fiesen Mephisto in uns“ bedienen kann.

Der Selbstversuch dauerte ein Jahr und nach anfänglichen Schwierigkeiten lief es für Herrn Hoppe auch ganz zufriedenstellend. Es ist ihm wirklich gelungen, sich ein Jahr lang überwiegend regional zu ernähren. Aber das allein füllt natürlich noch kein Buch von über 200 Seiten.

Die restlichen Seiten füllt Andreas Hoppe mit Geschichten aus dem Berlin der Nachkriegszeit, aus dem Schrebergarten seiner Großeltern, in dem er einen Großteil seiner Kindheit verbracht hat, dem Leben der Indianer in Kanada, die er anscheinend schon des öfteren besucht hat, und einem Rundumschlag in Sachen Ökologie und Biolebensmittel.

Das fängt an beim Pestizidverbrauch in der konventionellen Landwirtschaft, geht weiter über die Massentierhaltung, Klimaerwärmung, Gentechnik und hört bei der Überfischung noch lange nicht auf. Dabei klingen seine Erklärungen ein bisschen zu schulmeisterlich, was den Erzählfluss manchmal schon sehr stört.

Für diejenigen, die sich noch nie mit biologischer Ernährung und bestimmten Umweltthemen auseinander gesetzt haben, mag das Buch ganz interessant sein. Für alle anderen ist es etwas langweilig, denn viel über regionale Ernährung erfährt der Leser nicht.

Leider hält auch der witzige Titel nicht, was er verspricht. Geschrieben hat Andreas Hoppe das Buch übrigens mit einer Co-Autorin, Jacqueline Roussety.

Andreas Hoppe
Allein unter Gurken – Mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren
2010. 271 Seiten
Format 21,4 x 13,6 x 2,8 cm
€ (D) 16,95
ISBN-10: 3866122349
ISBN-13: 978-3866122345

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