Hector und die Entdeckung der Zeit

Hector und die Entdeckung der Zeit von François Lelord

Hector und die Entdeckung der Zeit von François Lelord

Was ist die Zeit? Existiert überhaupt die Gegenwart? Ist nicht die Gegenwart in dem Augenblick, in dem wir an sie denken schon wieder Vergangenheit? Gibt es vielleicht mehrere Zeitströme zur gleichen Zeit? Vielleicht sogar Parallelwelten?

Mit diesen Fragen setzt sich Hector, der nicht mehr ganz junge, aber sehr erfolgreiche Psychiater, der in der großen Stadt mit den breiten, wunderschönen Alleen und den alten Häusern wohnt, auseinander. Denn viele seiner Patienten haben ein Problem mit der Zeit und er kann ihnen nicht wirklich helfen.

Sabine zum Beispiel hat das Gefühl, sie hat eine Uhr im Bauch, sie ist ständig in Hektik, morgens, um ihre Tochter in die Schule zu bringen und dann selbst ins Büro zu hetzen, in dem sie dann von einer Sitzung zur anderen hetzt, während sich die restliche Arbeit anhäuft, abends, um ihre Tochter pünktlich von der Schule abzuholen oder das Kindermädchen abzulösen, das Abendessen vorzubereiten und die Hausaufgaben durchzusehen, um später todmüde ins Bett zu sinken (Welche berufstätige Frau unter uns kennt das nicht?!).

Und da ist Fernand, der Hundeliebhaber, der seine verbleibende Zeit nach den Leben der Hunde zählt, die er noch haben kann. Hubert, ein Astronom, möchte gerne die Zeit zurückdrehen, weil er sich nur um seine Sterne und nicht um seine Frau gekümmert hat, weshalb sie ihn verlassen hat. Und Marie-Agnes möchte am liebsten immer jung bleiben, weil sie das Gefühl, ein endlos langes Leben vor sich zu haben, vermisst. Sabine, Fernand, Hubert und Marie-Agnes hätten alle gerne, dass die Zeit langsamer verrinnt oder sie sie zurückdrehen können. Nicht so der kleine Hector, auch ein Patient des großen Hector. Er will die Zeit beschleunigen, um möglichst schnell erwachsen zu sein, um dann alleine entscheiden zu können.

Alle diese Patienten zwingen Hector dazu, sich mit der Zeit auseinanderzusetzen und notiert in seinem kleinen Notizbuch „Zeit-Etüden“. Und als ein alter, chinesischer Mönch verschwindet, der Hector schon einmal sehr geholfen hat (bei seiner „Suche nach dem Glück“ ), macht er sich auf die Reise, um den Mönch und Antworten auf die Frage nach der Zeit zu suchen.

Er begibt sich zu den Inuit und lernt dort, wo es jeden Winter drei Monate nicht hell wird, einen ganz anderen Umgang mit der Zeit kennen. Er reist nach China, wo er Trevor und Katherine trifft, die dem Verrinnen der Zeit mit „Tue, was in deiner Macht steht, akzeptiere, was nicht in deiner Macht steht, und lerne den Unterschied zwischen beiden zu erkennen“ begegnen. Er besucht Hubert, den Astronomen, in den Bergen und versucht aus den Sternen etwas über die Zeit zu lernen, um dann, nach einem kurzen Stopp bei einem Zeitkongress auf der Insel der Hundertjährigen, den alten Mönch schließlich in einem Kloster in den chinesischen Bergen zu finden und seine Ansicht über die Zeit zu hören.

Wie bei allen Hector-Büchern ist es die einfache Sprache, die Aneinanderreihung von Hectors Gedanken, die dieses Buch so faszinierend und leicht lesbar machen. Im Gegensatz zu den anderen Hector-Büchern, ist dieses hier manchmal etwas schwieriger zu lesen durch einige Ausflüge in die Gedankenwelt bedeutender Philosophen und durch die verrückten Träume, die Hector von Zeit zu Zeit heimsuchen. Aber auch gerade deswegen ist es absolut empfehlenswert für alle, die sich mit dem Phänomen Zeit auseinandersetzen möchten.

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François Lelord
Hector und die Entdeckung der Zeit
2011. 224 Seiten
Format: 18,8 x 12 x 2,2 cm
€ [D] 8,95
ISBN-10: 3492252672
ISBN-13: 978-3492252676

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