Pythagoras’ Rache
Pythagoras’ Rache nennt sich selbst einen mathematischen Thriller. Der Autor des Romans ist Arturo Sangalli. Dem Roman liegt eine Karte des ägäischen Meeres bei, sodass der geneigte Leser sich sofort informieren kann, wo die erwähnten griechischen Orte liegen. Die Karte liegt lose bei und ist schwarz weiß. Das Buch teilt sich in eine Liste der Hauptpersonen, den Prolog, vier Teile, den Epilog und den Anhang.Die Liste der Hauptpersonen führt alle Personen mit Name, Beruf und erstem Auftreten im Buch auf. Die Liste ist lang und von den Berufsbezeichnungen der Personen her wird hier bereits Spannung erzeugt, da Computerexperten mit Literaturwissenschaftlern und Juwelieren als Protagonisten auftreten sollen. Im Prolog wird die Motivation des Buches vorgestellt. Der Leser taucht ein in Pythagoras’ Umfeld und seine ungewöhnliche Tat eine Schriftrolle zu verfassen und in einer Zeitkapsel auf den Weg in die Zukunft zu schicken. Nach diesem Intermezzo im alten Griechenland, das mit dem Tod der Pythagoreer im Feuer endet beginnt das Buch.
Der Teil eins des Romans umfasst die Einführung aller Charaktere, die zuvor in der Liste der Hauptpersonen aufgeführt worden sind. Jeder Charakter wird in seinem Umfeld eingeführt und skizzenhaft vorgestellt. Zum Ende jedes Kapitels wird ein Hinweis eingeflochen, mit dem der Charakter später im Buch wieder in den Erzählfluss aufgenommen wird. Im zweiten Teil wird Norton Thorp vorgestellt, der ein außergewöhnlicher Mathematiker der Gegenwart ist. Er behauptet beweisen zu können, dass die Zahlen nicht alles ordnen, sondern alles aus einem chaotischen Ursprung entstammt und es daher keine Ordnung gibt. Die Entführung von Norton Thorp, kurz nach der Vorstellung seines Beweises, ist das erste Element welches darauf hinweist, dass man einen Thriller lesen könnte.
Im dritten Teil des Romans wird die Sekte der Neupythagoreer eingeführt, die auf der fieberhaften Suche nach Pythagoras’ Wiedergeburt in der Gegenwart ist. Die Gruppe hat aus alten Schriften die Erkenntnis gewonnen, dass Pythagoras in ihrer Zeit wiedergeboren werden wird um seinem größten Wiedersacher zu begegnen. Die Neupythgoreer betrachten es als ihre Aufgabe ihren Meister zu finden und ihn zu unterstützen. Diese Suche wird im dritten Teil geschildert. Im vierten und letzten Teil des Buches findet die Auflösung statt. Hier wird der Zusammenhang hergestellt zwischen einem Geschichtsprofessor in England, den Neupythagoreern in den USA und Norton Thorp. Im Epilog werden die letzten Fäden, zusammengeführt, sodass der Leser ein komplettes Bild der Geschichte vor Augen hat.
Durch das gesamte Buch ziehen sich die Hinweise auf mathematische Zufälligkeit, auf den Satz des Pythagoras und auf die Primzahlen, die eine besondere Stellung einnehmen. Es werden immer wieder neue Zusammenhänge vorgestellt, die sich auf die Primzahlen zurückführen lassen. Ebenso findet sich eine Anzahl verschiedener Beweise für den Satz des Pythagoras, sodass man das mathematische Element im Buch durchaus finden kann. Dagegen ist das Element des Thrillers sehr stark in den Hintergrund getreten. Denn die Mehrheit der Handlung findet in Dialogen und Monologen statt. Erst zum Ende, als Norton Thorp entführt wird und der englische Geschichtsprofessor in Rom in eine Kapelle einbricht, flackert so etwas wie Spannung auf.
Insgesamt macht die Erzählung einen sehr gewollten Eindruck und verlegt sich sehr stark auf das Erzählen der Geschichte. Wer sich für Pythagoras oder Mathematik interessiert der findet Bücher, in denen er mehr über beides erfährt. Wer gerne einen Thriller lesen möchte, der sollte sich einen solchen holen. Der Titel verspricht die Vermählung von Spannung mit dem oft als langweilig empfundenen Fachbereich Mathematik. Dem daraus resultierenden Anspruch wird der Text jedoch nicht gerecht.
Arturo Sangalli
Pythagoras’ Rache: Ein mathematischer Thriller
Spektrum Akademischer Verlag, 2011, 236 Seiten
Format 19,2 x 13,6 x 2,4 cm
€ [D] 19,95
ISBN-10: 3827425476
ISBN-13: 978-3827425478


