Helmut Birkhan: Magie im Mittelalter

Magie im Mittelalter von Helmut Birkhan

Magie im Mittelalter von Helmut Birkhan

Magie und Zauber üben auch heute noch einen großen Reiz auf die Menschen aus. Ob sie sich nun Illusionen hingeben oder aber mit Zauberformeln aus alten Zeiten Wünsche erfüllen wollen, der Bann ist ungebrochen. Filme, in denen es um Zauberei und Magie geht, katapultieren nach wie vor an die Spitze der Kinocharts.

Magie im Mittelalter von Helmut Birkhan beleuchtet die unterschiedlichen Formen der Magie, von der wissenschaftlichen Magie über die Magie im Volksglauben bis hin zur Hexerei.

Der Glaube an Magie und Zauber gehörte in der früheren Zeit zum Weltbild mit dazu. Die Zukunftsvorhersage, Heilungen, das Erfüllen von Wünschen und vieles mehr erfolgten mithilfe von Zaubersprüchen und festgelegten Ritualen, durch das Herbeirufen von Dämonen und Engeln sowie unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dabei gibt es feine Unterscheidungen in der Magie, wie das Buch von Helmut Birkhan zeigt.

Magie und Zauber waren geprägt vom Glauben an das Übermächtige. Alte Überlieferungen und Schriften dienten als Grundlage. Gegenstände erhielten eine Seele, Gleiches wurde mit Gleichem in Beziehung gesetzt, es galt das Prinzip: „So wie einst, so jetzt“. Auch Vorsehung und Schicksal spielten eine Rolle. Es wurde auf höhere Mächte und Kräfte vertraut.

Die wissenschaftliche Magie im Mittelalter wird in zahlreiche Kategorien eingeteilt. Mathematische, mechanische, natürliche Magie, Alchemie, Medizin, Pharmazie, Mineralogie und viele andere Bereiche gehören dazu. Zahlenrätsel, Zahlenkombinationen, Illusionen mittels Spiegel und Automaten, die Zauberkraft von Pflanzen und Steinen, für die es genaue Anweisungen gab, bilden die große Bandbreite der wissenschaftlichen Magie im Mittelalter ab. Die teuflische Magie beschäftigt sich mit der Anrufung von Dämonen und Geistern, insbesondere nach den spektakulären Überlieferungen König Salomons.

Etliche Abhandlungen hat er hinterlassen, wie beispielsweise das Testament Salomons, in denen die Dämonen aufgezählt werden und das erklärt, wie man sich diese zu Diensten machen kann. Auch der legendäre Magier Aleister Crowley fühlte sich von diesen Hinterlassenschaften in seinen Bann gezogen. Die Schriften Salomons sind gefüllt mit Anrufungen und Beschwörungen. Sie warnen aber auch vor den Konsequenzen, die das Herbeirufen der Dämonen mit sich ziehen kann. Dämonen prägten auch die Schwarze Magie, während die Weiße Magie sich den Engeln widmete.

Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Magie, erfreute sich die Magie im Volksglauben in erster Linie an vielen Zaubereien. Rituale und Hexenkunst spielten eine große Rolle. Opfergaben gehörten zu verschiedenen Handlungen zwangsläufig mit dazu. Auch vor Grausamkeiten wurde nicht zurückgeschreckt. Besonders interessant zeigt sich bei den Recherchen, dass viele „angebliche“ Zaubereien und magische Handlungen im Volksglauben letztendlich nur Halluzinationen, unter dem Einfluss von drogenähnlichen oder giftigen Substanzen, waren. Auch der Hexenwahn wird beleuchtet. Hexen waren im wahrsten Sinne des Wortes Teufelsbräute und wurden dementsprechend verachtet und gejagt.

Das Buch gibt einen hochinteressanten Einblick in die Welt der Magie. Auch wenn es den Titel „Magie im Mittelalter“ trägt, so haben die dort aufgeführten, magischen Künste oder Zaubereien auch heute keineswegs an Aktualität und Attraktivität verloren – im Gegenteil, viele Praktiken und Techniken finden sich bei Magiern der heutigen Zeit oder werden in entsprechenden Zirkeln angewendet. Dem Autor muss ein Kompliment gemacht werden für seine vorzügliche Recherche und die präzise Angabe von Quellen. Der interessierte Leser kann sich so auch weitergehend informieren. Insbesondere wird das Verständnis für diesen komplexen Bereich gefördert. Auch das Thema Hexenwahn wird ausführlich erklärt. Nach dieser Lektüre weiß der Leser, warum die Hexen so rigoros verfolgt wurden.

Die enge Beziehung zur Kirche und zum Glauben wird sehr deutlich. Gerade Gelehrte und Personen der Bibelgeschichte waren maßgeblich an der Entwicklung der Magie beteiligt. Besonders interessant ist auch die Entlarvung von vermeintlichen Zauberereien. So dachten manche Zeitgenossen im Mittelalter doch tatsächlich, sie könnten fliegen und Reisen nach überall hin unternehmen, in Wirklichkeit hatten sie alles nur geträumt oder besser gesagt halluziniert und sich keinen Zentimeter von ihrem Ausgangspunkt bewegt. Wie das sein kann, steht auch in diesem Büchlein.

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Helmut Birkhan
Magie im Mittelalter
Verlag C.H. Beck, 2010, 204 Seiten, 16 Abbildungen im Text
Format: 19,1 x 12,3 x 1,7 cm, Gewicht 210 g
€ 12,95
ISBN-10: 3406606326
ISBN-13: 9783406606328

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