Graham Greene: Der menschliche Faktor

Der menschliche Faktor von Graham Greene

Der menschliche Faktor von Graham Greene

Maurice Castle ist der typische englische Schreibtischtäter. Gut, sein Job beim britischen Geheimdienst ist nicht alltäglich, er ist jeden Tag mit geheimsten Informationen befasst. Aber von James Bond bleibt er weit entfernt, eher langweilig und ein Familienmensch.

Ganz anders sein Kollege Davis. Alleinstehend, etwas zu viel dem Alkohol zugetan und hinter einer der Sekretärinnen der “Firma” her. Die will zwar nichts von ihm wissen, was ihn aber nicht davon abhält ihr dennoch nachzustellen.

So weit ist das Leben der beiden nicht all zu aufregend, sie sind mit Afrika befasst und den geheimen Informationen die aus dieser Region kommen. Nie etwas dringendes und aufregend höchstens für absolute Insider. Ein wenig Leben kommt erst in die Bude, als eine routinemäßige Sicherheitsüberprüfung plötzlich nicht mehr ganz so routinemäßig erscheint.

In der Abteilung gibt es offenbar einen Maulwurf, der die Russen mit Informationen aus Afrika versorgt. Höchst unangenehm, der Verdacht fällt recht schnell auf Castles Kollegen. Immer etwas über seine Verhältnisse lebend und Fan von kostspieligen Pferdewetten, muss er es einfach sein. Castle ist schon seit 30 Jahren bei der Firma, hat sich in Afrika mehr als Verdient gemacht und niemand kann ihn sich als Spion vorstellen.

Aber sein Kollege Davis wird nicht vor Gericht gestellt, er stirbt vorher an Leberversagen. Für einen Alkoholiker nichts besonderes, aber so schnell und ohne Vorzeichen? Die Firma wird unruhig, aber die Informationen scheinen zumindest versiegt zu sein.

Bis sich die Situation plötzlich ändert und Castle sich und seine Familie in akuter Gefahr sieht, nicht das erste Mal in seinem Leben. Ein spannendes Katz und Maus Spiel beginnt und die Jagd auf den Maulwurf kommt nun erst richtig in Fahrt.

Graham Greene ist es gelungen sich einmal mehr selbst zu übertreffen. Sein Roman vereint eine typische Agentenstory mit einer Menge Gefühl und erstaunlich realistischen Charakteren. So sind eben nicht alle Agenten Helden und handeln für Gott und Vaterland oder im Falle von England für die Queen.

Auch Agenten sind nur Menschen, Menschen die ihre Familie lieben und alles für sie tun würden. Und auch bei Agenten läuft nicht immer alles nach Plan, auch bei ihnen gibt es nicht immer ein Happyend und auch sie müssen Hilfe annehmen und zuweilen ihr gewohntes Leben aufgeben.

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Graham Greene
Der menschliche Faktor
Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011, 384 Seiten
Format 19 x 12 x 2,4 cm
€ [D] 9,90
ISBN-10: 3423139528
ISBN-13: 978-3423139526

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