Liebe und Tod auf Bali

Liebe und Tod auf Bali von Vicki Baum

Liebe und Tod auf Bali von Vicki Baum

Das Jahr 1904 auf Bali. Die Holländer haben die Insel für sich entdeckt und kolonialisieren sie unaufhaltsam. Der Norden ist schon unterworfen, der Süden widersetzt sich noch. Die holländischen Invasoren drängen dem Fürsten von Badung (Heute Denpasar) zwar immer neue Verträge und Kontrakte auf, sein Reich ist aber immer noch relativ unabhängig.

Das ist der Kolonialmacht ein Dorn im Auge und so suchen sie nach einem Grund, den Süden endlich mit Gewalt unterwerfen zu können. Den finden sie, als ein chinesisches Schiff an der Küste strandet und die Küstenbewohner es plündern.

Nach balinesischem Recht völlig legitim, denn was die Götter an den Strand werfen, das gehört natürlich den Menschen. Was der Eigentümer des Schiffes und die Holländer natürlich ganz anders sehen.

Die Schriftstellerin Vicki Baum greift in ihrem legendären Roman die geschichtlichen Fakten auf und verpackt sie in eine ergreifende Geschichte. Sie erzählt vom Leben im Dorf Taman Sari und im Palast des Fürsten. Sie erzählt vom Leben der einfachen Menschen, die gar nicht verstehen was die unhöflichen Fremden eigentlich von ihnen wollen.

In ihrem Roman lässt sie zwei Welten aufeinandertreffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die Europäer mit ihren Vorstellungen von Moral und Anstand und dem festen Willen die vermeintlich wilden Kreaturen unterwerfen und den Fortschritt bringen zu müssen.

Auf der anderen Seite die Welt der Balinesen, tief verwurzelt in Glaube und Religion, aber dennoch mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehend und glücklich mit dem was sie haben und sind.

Ihre Erzählung handelt vom Bauern Pak und seinen kleinen und großen Sorgen in der Familie und der Dorfgemeinschaft. Vom Tänzer Raka, dem Schwarm aller Frauen und Freund des Fürsten. Und natürlich vom Fürsten Alit selbst und seinem Stolz, der ihm und seinen Anhängern schließlich zum Verhängnis wird.

Denn die Holländer führen schließlich doch noch ihren Krieg und viele Menschen müssen ihr Leben lassen.

Dennoch ist es kein trauriges Buch, denn trotz allem Unglück schaffen es die Charaktere allesamt, durch ihren Glauben an das Gute und an ihre Götter und Dämonen auch die schlimmsten Zeiten zu überstehen. Das Leben geht eben doch immer weiter, selbst für die Toten.

Trotz der erfunden Figuren stimmen die geschichtlichen Fakten jedoch sehr gut und auch das beschriebene Leben der Balinesen ist nah an der damaligen Realität. So dient das Buch jedem, der sich auch nur ein wenig für Bali interessiert fast schon als Lehrbuch zur balinesischen Kultur.

Vicki Baum fängt mit ihrer Geschichte einen wichtigen historischen Wendepunkt der Geschichte Balis ein und hat so die vermutlich beste literarische Einführung in die Kultur Balis geschaffen.

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Vicki Baum
Liebe und Tod auf Bali
Kiepenheuer & Witsch, 2007, 525 Seiten
Format 18,8 x 12,4 x 3,2 cm
€ [D] 8,95
ISBN-10: 3462037994
ISBN-13: 978-3462037999

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