Stunde null in Phnom Penh

Stunde null in Phnom Penh von Christopher G. Moore

Stunde null in Phnom Penh von Christopher G. Moore

OK, eigentlich wollte er den Auftrag ja gar nicht annehmen, aber 5000 Dollar sind 5000 Dollar. Und er musste dafür lediglich mit einem fetten Kerl auf einer Rennbahn reden und ihn nach einem anderen Kerl namens Hatch fragen.

Denn der ist der Geschäftspartner eines Bangkoker Ganoven und wird von ihm gesucht, ist aber offenbar irgendwo in Kambodscha untergetaucht. Nun ja, der Privatschnüffler Calvino macht sich also auf zur Rennbahn.

Dort verliert er erst sein Geld bei einer todsicheren Wette und danach seinen Gesprächspartner, denn der wird dummerweise vergiftet, auch todsicher. Den Suchauftrag will er danach eigentlich wieder loswerden, aber sein Auftraggeber bleibt hartnäckig und so macht sich Calvino auf nach Kambodscha – mit einer völlig unerwarteten Begleitung.

Dort erwartet ihn das reinste Chaos. Kurz nach dem Bürgerkrieg und unter der Verwaltung der Vereinten Nationen, dazu noch von sintflutartigen Regenfällen unter Wasser gesetzt, präsentiert sich die Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh.

Das pure Überleben ist hier schon schwierig aber noch dazu jemanden zu finden, der nicht gefunden werden will und vermutlich eine Menge Dreck am Strecken hat, ist fast unmöglich. Waffenhandel, Schmuggel, Überfälle und Mord gehören hier zum Alltag und in all dies taucht Calvino nun notgedrungen ein um seinen Auftrag zu erfüllen, den er langsam aber sicher zu verfluchen beginnt. Aber 5000 Dollar sind eben immer noch 5000 Dollar.

Er versucht Informationen von Leuten zu bekommen, die der Krieg schon lange in lebendige Leichen verwandelt hat, wühlt sich durch Lokale in denen drogensüchtige Prostituierte auf das schnelle Geld, den nächsten Schuss oder wahlweise den Tod warten, manche finden ihn dann auch schneller als erwartet …

Gefunden wird auch der Gesuchte und so langsam kommt mehr Licht ins Dunkel als Calvino zu ertragen bereit ist. Aber um auszusteigen ist es jetzt zu spät, er hat sich bereits in Dinge eingemischt die weit über den Handel mit Drogen oder Waffen hinausgehen. In Dinge die ihn wie ein gehetztes Tier durch ganz Phnom Penh jagen und ihn fast das Leben kosten.

Obwohl es nur ein Roman ist, schildert der Autor doch eindrucksvoll die Zustände in Kambodscha im Jahr 1993 nach dem verheerenden Bürgerkrieg. Die Armut der Menschen, ihre Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit inmitten von Gewalt und Tod. Eine Geschichte die unter die Haut geht.

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Christopher G. Moore
Stunde null in Phnom Penh
Unionsverlag, 2011, 320 Seiten
Format 19 x 12,4 x 3 cm
ISBN-10: 3293205461
ISBN-13: 978-3293205468

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