Software entwickeln mit Verstand

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Das Buch „Software entwickeln mit Verstand“ von Jörg Dirbach, Makrus Flückiger und Steffen Lentz versucht sich in einem anderen Blickwinkel auf Softwareentwicklung. Statt auf die Werkzeuge wie IDE oder Programmiersprache konzentrieren sich die Autoren auf den Aspekt der Wissensarbeit und die Tatsache, dass Software im Team entsteht und es dort „menschelt“. Das Ziel der Autoren ist es, zu zeigen, wie diese Wissensarbeit produktiver wird. Das bedeutet die Software wird schneller fertig, qualitativ hochwertiger und hinterlässt ein zufriedenes Entwicklerteam und einen zufriedenen Kunden.

Das gesamte Buch dreht sich dabei um den Kern der Wissensarbeit: die Wissenslücke. Gemäß diesem Prinzip ist es aufgebaut. Zuerst wird der Frage nachgegangen, wie heute Software entwickelt wird. Anschließend wird die Softwareentwicklung und ihr Wesen näher betrachtet. Dabei kommt der Ansatz von Software als Fließbandware genauso vor, wie der Ansatz des Kunstwerkes. Von dieser allgemeinen Betrachtungsweise aus wird in die spezielle Betrachtung gewechselt. Es geht um die Frage, was Softwareentwicklung aus Sicht des Gehirns ist. Vom einzelnen Gehirn ausgehend wird danach das Team betrachtet, in dem mehrere Gehirne miteinander kommunizieren sollen und müssen. Da dies selten ohne Hilfsmittel von außen funktioniert, sei es Sprache, Dokumentation, Flipchart oder anderes, folgt ein Kapitel über externe Hilfsmittel. Danach wird die Messgröße „Produktivität“ diskutiert unter dem Gesichtspunkt, wie diese gefördert oder gehemmt wird. Produktivität kann individuell, im Team oder strategisch definiert und ermittelt werden.

Dafür, dass die Softwareentwicklung auch in der Wissensarbeit funktioniert, ist nach wie vor ein Management zuständig. Hier ändern sich die Anforderungen an das „Wie“ der Arbeit in der Führung von Teams. Den Abschluss des Buches bildet die mögliche Zukunftsvision der Autoren, die den Kreis zum ersten Kapitel schließt. Es wird ein Prozess zur Softwareentwicklung entworfen der für den Wissensarbeiter optimiert ist.

Durch das gesamte Buch wird der Leser von einem fiktiven Team aus der Softwareentwicklung begleitet. Mit dabei ist die Projektleitung, der Business-Analyst, der Entwickler, die Softwarearchitektin und weitere Mitglieder die in einem Softwareprojekt zu finden sind. Sie beteiligen sich mit Interviews am Thema, bei denen ein „Ich“ die Fragen stellt. Über diese Interviews wird die Theorie mit praktischen Beispielen und weiterführenden Überlegungen ergänzt. Zusätzlich gibt es graue Kästen, die das Wichtigste oder die relevanten Kernaspekte nochmals zusammenfassen. Diese beiden interaktiven Methoden ermöglichen es dem Leser sehr viel aus dem Buch mitzunehmen. Gleichzeitig zeigen sie wie ein externes Werkzeug in der Softwareentwicklung aussehen könnte. Jedes Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung ab.

Insgesamt können aus dem Buch sehr viele Ideen und Anregungen für die Arbeit in der Softwareentwicklung mitgenommen werden. Das gilt für jede Aufgabe in der Softwareentwicklung. So kommt der Leser am Ende zu einem weiteren Blickwinkel und die Autoren erreichen ihr Ziel, zu zeigen, dass Softwareentwicklung Wissensarbeit ist und immer das Schließen von Wissenslücken erfordert.
ISBN-10: 3898646548, ISBN-13: 9783898646543
Jörg Dirbach, Markus Flückiger und Steffen Lentz: Software entwickeln mit Verstand: Was Sie über Wissensarbeit wissen müssen, um Projekte produktiver zu machen
dpunkt.verlag, 2011, 256 Seiten, Format: 23,8 x 16,4 x 1,8 cm
ISBN-10: 3898646548, ISBN-13: 9783898646543

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