Wo lesen Sie am liebsten?
Ein gewisser Bill Ramsey besang 1962 eine Mimi, die niemals ohne Krimi ins Bett ging. Die Vorliebe, im Massivholzbett zu lesen, teilt Mimi mit vielen Menschen. Vielleicht gehören Sie ja auch dazu und genießen es, noch ein paar Seiten zu lesen, bevor Sie sich ins Land der Träume verabschieden. Einige Bettleser und -leserinnen setzen sich ein Limit. Nach fünf oder zehn Seiten, so der gute Vorsatz, sollen Buch und Augenlider zugeklappt werden. Aber es gibt Bücher, die will, nein, die können Sie einfach nicht aus der Hand legen. Die Spannung steigt von Seite zu Seite. Wer war der Mörder? Kriegt sie ihren Traummann? Wird er ihr endlich die Wahrheit gestehen? Ehe Sie sich versehen, sind aus fünf Seiten fünf Kapitel geworden.
Ein Buch ist wie ein Garten
Auch der umgekehrte Fall ist leider nicht auszuschließen. Sie haben dummerweise ein langweiliges Buch erwischt, das sich als nebenwirkungsfreies Schlafmittel erweist. Pech gehabt. Aber ein Fehlgriff kann jedem einmal passieren. Beim nächsten Buch wird dann alles wieder besser und unterhaltsamer. Denn ein Buch, so ein arabisches Sprichwort, ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt. Im Schatten eines Baumes lässt es sich vortrefflich schmökern und dabei die Zeit vergessen. Oder haben Sie den öffentlichen Nahverkehr zu Ihrem Lieblingsort erkoren. In Bus oder Bahn zu lesen ist allemal angenehmer, als in verkniffene Gesichter zu schauen. Sofern Sie im Berufsverkehr überhaupt einen Sitzplatz ergattern.
Lesen und genießen
Wenn Sie es vorziehen, beim Lesen unter Menschen zu sein, ist ein Café der ideale Platz zum Lesen. Mit einem Latte Macchiato wird das Reisen durch die Buchstabenwelten zum Hochgenuss, der Kopf und Seele stärkt. Manche Leseratten legen auch beim Kochen ihre Lektüre nicht aus der Hand. Allerdings besteht die Gefahr, dass Sie selbstversunken das Essen anbrennen lassen. Dann bleibt der Genuss ausschließlich aufs Lesen beschränkt.
