Labyrinth der Masken

Labyrinth der Masken von Leonardo Padura

Labyrinth der Masken von Leonardo Padura

“Das Schlimmste von allem war das Gefühl der Leere. Während das Schrillen des Weckers Marios Hirn durchbohrte, ihm einhämmerte: viertel vor sieben, viertel vor sieben, und die Augenlider gegen den bleiernen Schlaf und die Schwere der Biere ankämpften, viertel vor sieben … “

Nun ja, das Leben des Teniente Mario Conde ist auch im dritten Band des Havanna Quartetts nicht leichter geworden, eher noch etwas schwieriger. Hat man ihn doch wegen einer Prügelei mit einem Kollegen von der Kripo zum Erkennungsdienst strafversetzt. Demütigend ist gar kein Ausdruck.

Aber er hat Glück, zumindest so etwas ähnliches, und seine Abteilung ist so unterbesetzt, dass er doch wieder einen Fall übertragen bekommt. Ausgerechnet am 6. August, dem Tag der Verklärung Jesu, wird die Leiche eines Transvestiten gefunden.

Das alleine genügt in Kuba schon, um einige Menschen zu beunruhigen. Dummerweise ist es auch noch der Sohn eines Diplomaten und an einem solchen Fall will sich keiner die Finger verbrennen, was auch Mario Conde schnell klar wird. Aber was bleibt ihm übrig? entweder dieser Fall oder weiterhin Karteikarten sortieren und Faxe verschicken.

So stürzt er sich also in die Arbeit und findet sich bald wieder in einer Welt, die ihm bis dato völlig fremd war. Homosexuelle, Transvestiten und mitten drin ein exzentrischer und legendärer Theaterregisseur. Erst gefeiert, dann geächtet und nun verbittert, führt ihn der nicht nur in die Szene ein, sondern auch gehörig an der Nase herum.

El Conde wird zusehends verwirrter, so wenig versteht er doch von der Welt in der er nun ermitteln muss. Zudem machen ihm auch noch interne Untersuchungen der Polizei zu schaffen und das in Kombination mit seinem Fall bringt ihn dem gesellschaftlichen Abgrund deutlich näher als ihm lieb ist.

Dieses Mal ist gar nicht klar, ob er noch lange bei der Polizei sein würde, offenbar sortiert man nicht nur schwarze Schafe aus, sondern auch unbescholtene Kollegen, denen kurzerhand etwas angehängt wird. Sollte sein politisch brisanter Fall auch sein letzter werden? Wird er ihn überhaupt zu Ende bringen können?

Neben dem gewohnt tiefsinnigen und poetischen Bild, das er in seinem Havanna-Quartett von Kuba zeichnet, schlägt der Autor mit diesem Buch auch einige der dunkelsten Kapitel der Insel auf. Die Stellung von Homosexuellen innerhalb der sozialistischen Gesellschaft und ihre Verfolgung ist bis Heute ein Reizthema, nicht nur auf Kuba. Zumal einige der Figuren Paduras durchaus auf realen und bekannten Persönlichkeiten beruhen.

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Leonardo Padura
Labyrinth der Masken
Unionsverlag, 2006, 256 Seiten
Format: 18,6 x 12,4 x 2 cm
ISBN-10: 3293203647
ISBN-13: 978-3293203648

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