Gartenlust
Momentan ist ja nicht wirklich Gartensaison, zumindest nicht in Deutschland. Allerdings kann ein Garten auch im Winter schön sein, wenn man ihn zuvor im Sommer richtig angelegt hat.Wie das geht und noch viel mehr, zeigt die Autorin Andrea Haumer in ihrem Buch Gartenlust und zwar Monat für Monat von Januar bis Dezember. Längst ist der Garten nicht mehr das Feld der spießigen Gartenzwergsammler und peniblen Rasentrimmer. Gärntern ist “in” und das zeigt die Autorin auch deutlich.
Gärten werden heutzutage als zusätzliches Außenzimmer gesehen, als Erlebniswelt für Kinder, als Rückzugsort für gestresste Manager und als Lieferant für gesundes Obst und Gemüse. Dabei spielen Stil und Geschmack eine große Rolle.
Das Buch beginnt im Januar, einem der Wintermonate dem man in Sachen Garten so gar nichts zutraut. Meist unter einer dichten Schneedecke verborgen oder zumindest aufgrund der Kälte kaum beachtet, scheint die Natur im Januar völlig zu ruhen.
Aber sogar in dieser Zeit gibt es blühende Pflanzen, die Zaubernuss beispielsweise und noch ein paar andere. Sie alle sind nicht nur schön anzusehen, sondern riechen überaus intensiv, müssen sie doch die wenigen in der Kälte umherschwirrenden Insekten anlocken.
Der Februar ist auch so ein Monat in dem im Garten nicht viel los ist. Aber das täuscht, denn der Februar steht ganz im Zeichen des Bodens und seiner Pflege. Es geht um das Kompostieren und die Pflege des Kompostes, der immerhin die Basis für den ganzen Garten darstellt. Frau Haumer spricht vom “Boden züchten”.
Im März geht es ums Gemüse, die geringe Auswahl der Sorten hat die Autorin einst dazu gebracht ihr eigenes anzubauen. Aber natürlich sprießen im März auch schon die ersten Blumen und es wird wieder warm und sonnig.
Den April stellt das Buch ganz ins Zeichen der Blumentöpfe, die nicht nur in kleinen Wohnungen sondern auch in großen Gärten gut aussehen. Schließlich gedeiht alles was im Garten wächst auch in einem Topf, wie es geht steht im Buch.
Der Mai macht ja bekanntlich alles neu, so auch die Blütenpracht des Gartens und um genau die geht es nun. Heimische Blühpflanzen stehen neben exotischen Gewächsen aus dem fernen Asien und blühen um die Wette.
Der Juni steht im Zeichen der Rose, der Königin unter den Gewächsen. Tausende von Arten gibt es, stehende und hängende, große und kleine. Wie man sie am besten dazu bringt, sich ganz wie Zuhause zu fühlen ist gar nicht so schwer.
Im Juli beginnt die Erntezeit für Obst, ein Schwerpunkt ist im Buch die Marille. Lecker aber noch viel zu wenig beachtet, wenn es nach der Autorin geht. Der August kümmert sich, zumindest in diesem Buch, um das Wasser. Wasser in Form von Teichen und Bächen, von Biotopen und Brunnen.
Der September ist auch so ein Erntemonat, hier geht es um die Zwiebel und um den Lauch. Für viele vielleicht langweilig, aber nicht mehr wenn man dieses Kapitel aufmerksam durchgelesen hat.
Der Oktober bietet sowohl herrliche Farben und tolle Stauden als auch wieder mal eine Menge Arbeit. Denn so einiges will nun gepflanzt werden, bevor es im November an das Aufräumen geht.
Der Garten wird sauber und winterfest gemacht, die Geräte eingelagert und im Dezember versammelt sich die Familie lieber im Haus. Rund um den Weihnachtsbaum beispielsweise, und plant schon mal die nächste Gartensaison.
Immer wieder kombiniert die Autorin Expertenwissen mit Gestaltungsvorschlägen und ganz konkreten Anweisungen zur Umsetzung. Spezialisten kommen zu Wort und zahlreiche Pflanzen werden detailliert vorgestellt.
Das Buch ist durch diese Struktur recht außergewöhnlich und schafft es, in der Fülle der Gartenbücher deutlich hervorzustechen.
Andrea Haumer
Gartenlust
Callwey, 2011, 192 Seiten
Format: 28,6 x 23,6 x 2 cm
ISBN-10: 3766719009
ISBN-13: 978-3766719003


