Schwarzbuch Bundeswehr

Schwarzbuch Bundeswehr von Achim Wohlgethan

Schwarzbuch Bundeswehr von Achim Wohlgethan

“Unsere Sicherheit und Freiheit sind nicht allein von den Taliban oder ähnlichen Gruppierungen bedroht – zuallererst werden sie durch schlecht ausgebildete, schlecht ausgestattete und schlecht geführte Streitkräfte gefährdet, die weder Rückhalt in der Bevölkerung noch bei Politik oder Medien haben”.

Nun gut, wieso “Taliban oder ähnliche Gruppierungen” meine Sicherheit bedrohen, verstehe ich ohnehin nicht so ganz, wenn man ganze Völker bedroht, ist es doch irgendwie klar, dass sie sich wehren. Lassen wir die Leute doch einfach in Ruhe – obwohl – sie haben unser Öl – blöd aber auch.

Aber dass die Bundeswehr meine Sicherheit bedroht, das glaube ich aufs Wort … Jedenfalls liest sich die Inhaltsangabe dieses Buches schon recht interessant, um unsere Streitkräfte scheint es längst nicht so gut bestellt zu sein wie man immer gesagt bekommt.

Wobei das gar nicht die Schuld der Streitkräfte zu sein scheint. Wie gleich zu Anfang des Buches mehr als deutlich wird, wäre die Ausrüstung und das Personal ja da. Lediglich der politische Wille sie auch einzusetzen fehlt. Auf den ersten Blick recht abstrus, aber der Autor weiß seine Meinung gut zu begründen.

Er beginnt seine Ausführungen gleich bei einer Abteilung der Bundeswehr die funktioniert. Sogar perfekt funktioniert, mit der Pressestelle. Denn die hat strikte Anweisungen wie die Meldungen aus den Krisengebieten so umzuschreiben sind, dass sie in das rosarote Bild der politischen Landschaft passen. Worte wie Krieg oder Gefallener sind tabu, ebenso wie Dutzende andere Begriffe. Da werden Gefallene zu Unfallopfern und der Krieg zum Brunnenbau.

Viele der “Unfälle” sind darauf zurückzuführen, dass die Soldaten die man in den Krieg schickt, nicht gut genug ausgerüstet und schon gar nicht hinreichend ausgebildet sind. Schuld daran ist nicht, dass es keine Ausrüstung gäbe, sondern dass deren Beschaffung mehr an Lobbyarbeit als an wirkliche Notwendigkeit geknüpft ist. So gehen Steuermilliarden an dubiose Konzerne die im Gegenzug unbrauchbares Material liefern.

So stehen gepanzerte Fahrzeuge hier in der Garage, weil man sie nicht einsetzen möchte. Der Einsatz in Afghanistan könnte ja als Krieg wahrgenommen werden und nicht als Friedensmission von uns Gutmenschen.

Das ist dann auch der Grund, warum die Familien der Soldaten die im Krieg fallen, pardon, die während einer Friedensmission durch Unfälle ums Leben kommen, keinerlei Unterstützung bekommen. Lebensversicherung? Fehlanzeige.

Auch die Verwundeten, natürlich nur durch Unfälle und keinesfalls durch Kriegsfolgen, werden bei uns im Regen stehen gelassen. Medizinische oder Psychologische Betreuung gibt es allenfalls auf dem Papier.

Das Fazit ist einfach und deutlich. Deutschland führt schon seit Jahren Krieg, kann und will das aber nicht zugeben, denn er dient nicht der Verteidigung sondern der Wahrung wirtschaftlicher Interessen.

So sterben Soldaten bei “Stabilisierungseinsätzen” und während sie “humanitäre Hilfe” leisten, ohne dass eigentlich klar wird, was sie wirklich tun. Sind sie humanitär tätig? Warum sterben dann so viele? Führen sie Krieg? Mit welcher Berechtigung? Und warum werden sie weder passend ausgerüstet noch gut ausgebildet?

Fragen über Fragen, nur Antworten gibt es keine. Und da wundern sich immer noch einige Politiker, warum sie keiner mehr ernst nimmt. Das Buch ist jedenfalls äußerst lesenswert.

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Achim Wohlgethan
Schwarzbuch Bundeswehr
C. Bertelsmann Verlag, 2011, 288 Seiten
Format: 22 x 14,2 x 3 cm
ISBN-10: 3570100626
ISBN-13: 978-3570100622

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