Das Strunz-Low-Carb-Kochbuch

Ich kenne Ulrich Strunz von seinem Forever Young Programm. Vor Jahren hab ich einmal davon gehört und fand seinen Ansatz mit wenig Kohlenhydraten und viel Eiweiß etwas befremdlich. Aber wie so oft brauchen gute Ansätze erst mal eine Zeit, um sich durchzusetzen. Das, was Dr. Strunz schon vor über 10 Jahren „predigte“ ist inzwischen zu einem der größten Ernährungstrends geworden: Low Carb.

Und auch wir als Familie sind mittlerweile krankheitsbedingt (prädiabetische Stoffwechsellage eines Familienmitglieds) auf den Low-Carb-Zug aufgesprungen, und es geht uns gesundheitlich besser als je zuvor. Deshalb bin ich auch immer auf der Suche nach guten Low-Carb-Kochbüchern, weshalb ich auch „Das Strunz-Low-Carb-Kochbuch“ haben musste.

Zunächst, d.h. bei ersten Durchblättern war ich etwas enttäuscht. Herr Strunz ist schon ein wenig dogmatisch, und das mag ich eigentlich gar nicht. Auch die Rezepte haben mir auf den ersten Blick nicht besonders gefallen. Aber das Buch verdient einen zweiten Blick.

Die Einführung in das Thema Low Carb ist mehr als gelungen. Ulrich Strunz weist in seinem locker-flockigen Ton die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Ernährungs- und Pharmaindustrie in ihre Schranken und erklärt einfach und verständlich, dass der Mensch nicht für eine kohlenhydratreiche Kost geschaffen ist. Er zeigt auch gleich, wie man den Einstieg ins optimale Fettverbrennungsprogramm schafft mit seiner Drei-Stufen-Diät. Aber selbst wer die erste Woche NoCarb nicht machen möchte, dem kann ich versichern, dass auch Low-Carb die Pfunde nur so purzeln lässt. Wir machen Low-Carb jetzt seit fünf Monaten und haben damit zwischen 8 und 14 kg abgenommen (und wir haben nach zwei Monaten ganz streng Low-Carb auch mal gesündigt).

Auch die über 150 Rezepte verdienen einen zweiten Blick, allein die Einteilung ist sehr kreativ. Hier sucht man vergebens nach Hauptgerichten, Salaten, Suppen und Desserts, hier wird nach Survival-Rezepten, Hallo-Wach-Rezepten, Soul Food, Sunshine Kitchen, Liebe aus dem Kochkopf und No Sugar unterteilt. Jedem Rezeptteil ist auch noch ein kleiner Theorieteil vorangestellt, in dem kurz und knackig Regeln für den Rezeptteil aufgestellt werden, z.B. „Sechs Regeln für die No-Carb-Suppenküche“ oder „Sieben süße Regeln“.

Die Rezepte selbst sind für meist 2 Personen ausgelegt, übersichtlich aufbereitet, mit Eiweiß- und Kohlenhydratangaben und oft mit Fotos versehen. Zusätzlich gibt es noch den No-Carb-Button, der Rezepte mit minimalem Kohlenhydratanteil kennzeichnet für alle, die die No-Carb-Woche machen möchten.

Die Gerichte sind ausgefallen, aber nicht so ausgefallen, dass man in den Delikatessenladen muss, um die Zutaten zu bekommen. Auberginensuppe mit Feta ist – für mich jedenfalls – ein nicht ganz alltägliches Rezept, aber die Zutaten sind problemlos zu bekommen, ebenso ein Cashew-Spitzkohlsalat. Unbedingt ausprobieren: Schoko-Sahne-Bonbons. Genial lecker!

Lecker sind die Rezepte alle und einfach nachzukochen. Und das Kochbuch ist graphisch passend zum Thema locker und leicht aufbereitet. Ein Augen- und Gaumenschmaus und absolut empfehlenswert.

Ulrich Strunz: Das Strunz-Low-Carb-Kochbuch
Heyne Verlag, 2016, 208 Seiten, Format: 19,1 x 2 x 25,9 cm
ISBN-10: 3453201442, ISBN-13: 978-3453201446

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