Augenyoga – Die Nakagawa-Methode für ein Leben ohne Brille

Bis vor zwei Jahren, als ich einen Augentrainingskurs gemacht habe, hätte ich nie gedacht, dass ich meine Sehschärfe trainieren kann. Nun kommt zu meiner Kurzsichtigkeit, die ich schon seit Jugend habe, auch eine Altersweitsicht (ja ich werde alt 😉 ). Und da ich keine Lust auf eine Gleitsichtbrille habe, hatte ich mir damals gedacht, dass ich zumindest die Weitsichtigkeit wieder abtrainieren könnte. Das hat auch ganz gut funktioniert, solange ich wirklich täglich trainiert habe.

Aber wie es halt so ist, irgendwann hab ich mit dem Training wieder aufgehört, und die Sehkraft hat sich wieder verschlechtert. Und dann ist mir das Augenyoga-Buch von Kazuhiro Nakagawa in die Hände gefallen.

Gleich mal vorweg: Wer sich schon mit Augentraining auseinandergesetzt hat, wird in diesem Buch nicht viel Neues finden. Die Übungen gleichen zum großen Teil denen, die ich auch in besagtem Kurs gelernt habe. Wer sich noch nie damit beschäftigt hat, für den ist das Buch ein guter Einstieg, wenn man von ein paar Schwächen absieht.

Das Buch beginnt gleich mal mit ein paar Seiten Erfahrungsberichten. Nakagawa bezeichnet sich als DER Experte auf dem Gebiet des Augentrainings. Dementsprechend lobt er sich auch selbst im Buch mit vielen – für meinen Geschmack zu vielen – Erfahrungsberichten von Menschen, denen er geholfen hat. Diese Erfahrungsberichte ziehen sich durch das gesamte Buch, ebenso wie der erhobene Zeigefinger, mit dem es geschrieben ist. Für meinen Geschmack ist ein bisschen zu viel „müssen“ und „sollen“ und Verteufelung der digitalen Medien, die Nakagawa für eine grassierende Zunahme der Kurzsichtigkeit verantwortlich macht. Da mag er wohl Recht haben, aber ich habe nun mal eine Aversion gegen „müssen“ und „sollen“. Und noch ein kleines Manko hat das Buch. Es ist immer die Rede von Sehstärke, aber nicht in Dioptrien, so wie das bei uns gemessen wird, sondern von Sehstärken von 0,1 bis 1,0. Erklärt wird das aber nicht.

Wenn man von diesen Schwächen des Buches absieht, kann man viel Nutzen aus diesem Buch ziehen. Ich hab die Erfahrungsberichte einfach irgendwann übersprungen. Mich haben nur die Übungen und die Erklärungen interessiert. Und Übungen sind einige zu finden.

Laut Nakagawa hängt die Sehkraft nicht nur von den Augenmuskeln ab, sondern auch von der Gehirnleistung und auch davon, wie sehr man daran glaubt, sehen zu können. So sind die Übungen auch unterteilt in Sehübungen fürs Gehirn und Augentraining für die Augenmuskeln. Außerdem gibt es Lockerungsübungen für Nacken und Schultern, weil Nakagawa auch der Überzeugung ist, dass verspannte Nacken- und Schultermuskeln die Durchblutung der Augen und Gehirns heruntersetzen und damit das Sehvermögen mindern.

Am Ende des Buches gibt es sogar noch eine kleine Anleitung, wie man das Schnelllesen trainieren kann.

Für mich ist das Buch – sieht man über die genannten Schwächen hinweg – eine Fundgrube an Übungen, mit denen man seine Sehstärke trainieren kann. Jetzt heißt es nur noch: Anwenden und Üben.

Dr. Kazuhiro Nakagawa: Augenyoga – Die Nakagawa-Methode für ein Leben ohne Brille
Goldmann Verlag, 2017, 240 Seiten, Format: 13,6 x 2,2 x 20,5 cm
ISBN-10: 3442221846, ISBN-13: 978-3442221844

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