Hochdosiert

Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit Vitamin D und dem Mangel, an dem wir wahrscheinlich alle leiden. Seit bei einem Familienmitglied rein zufällig ein extrem niedriger Vitamin D – Spiegel (und das im Hochsommer mit häufigen Freibadbesuchen) festgestellt wurde, bin ich sehr sensibel, was dieses Thema betrifft und habe schon einige Bücher dazu gelesen (u.a. Gesund in sieben Tagen und Superhormon Vitamin D) und jetzt eben Hochdosiert von Jeff T. Bowles.

An diesem Buch hat mich vor allem der Selbstversuch des Autors mit 100.000 IE Vitamin D pro Tag interessiert. Normalerweise bekommt man Vitamin D in 1.000 IE pro Tag verordnet, was auch in Gesund in sieben Tagen als zu niedrige Dosis angesehen wird. Aber 100.000 IE pro Tag!

Gleich mal vorweg, Jeff T. Bowles ist weder Arzt noch Heilpraktiker, sondern Journalist. Als solcher ist er jedoch mit einer unbändigen Neugier und einer großen Kompetenz im Recherchieren ausgestattet. So hat er kurzerhand den Selbstversuch mit dieser extrem hohen Dosis gestartet.

Angefangen hat er mit 20.000 IE pro Tag, dann nach vier Monaten auf 50.000 IE gesteigert bis er auf 100.000 IE pro Tag gekommen ist. Gleich am Anfang des Buches beschreibt er eine ganze Liste von chronischen Leiden, deren Heilung er auf die extreme Dosis Vitamin D zurückführt: eine schnappende Hüfte, Nagelpilz, ein Knochenvorsprung am Ellbogen, knackende und krachende Schultern, ein Überbein am Handgelenk, eine subkutane Zyste im Gesicht und einen Gewichtsverlust von 11 kg ohne jegliche Ernährungsumstellung.

Das Buch ist – selbstredend – nicht wissenschaftlich sondern eher reißerisch geschrieben. Natürlich klärt Bowles darüber auf, was Vitamin D überhaupt ist, warum wir zu wenig davon abbekommen und für welche Erkrankungen Vitamin D – Mangel verantwortlich ist, z.B. Adipositas, Diabetes, Depression, Arthritis, erhöhte Infektanfälligkeit. Bowles geht kurz auf die Toxizität des Vitamin D ein und auf die Bedeutung von Vitamin K2 im Zusammenhang mit Vitamin D. Zu den Erkrankungen kommt er später im Buch noch ausführlicher zurück.

Das ganze Buch ist im Grunde auf seinen eigenen Leiden, und wie er diese mit seinem Selbstversuch geheilt hat, aufgebaut. Zwischendrin wirft er ein paar wissenschaftliche Untermauerungen ein. Nervig wir auf jeden Fall irgendwann der ständige Verweis auf die Präparate, die er nimmt, obwohl er immer wieder betont, dass er keine Provision bekommt. Am Ende des Buches werden dann noch Briefe und Emails zitiert, die Bowles bekommen hat nach Erscheinen des Buches (so füllt man Bücher 😉 )

Fazit: Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert, eignet sich allerdings nur für Leser, die sich mit der Vitamin D – Problematik schon auf wissenschaftliche Art und Weise beschäftigt haben (siehe Bücher oben). Für Einsteiger ist es eher nicht geeignet, dazu sind die Angaben über Einnahme und Kombination mit Vitamin K2 zu ungenau.

Jeff. T. Bowles: Hochdosiert
Goldmann Verlag, 2017, 160 Seiten, Format: 12,6 x 1,2 x 18,3 cm
ISBN-10: 3442222052, ISBN-13: 978-3442222056

 

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